Dezember 2019

 Wir wünschen besinnliche Festtage

„Die beiden wichtigsten Tage deines Lebens sind der Tag, an dem du geboren wurdest, und der Tag, an dem du herausfindest, warum.“ Mark Twain

 

Be SINN liche Weihnachtszeit oder was ist deine „Erdnuss“?

Wir haben die Black Friday - Rabattschlacht hoffentlich gut überstanden und biegen nun direkt ein in die Advents - und Weihnachtszeit. Die gegenseitige Über - und Unterbieterei der Händler geht weiter. Wem oder was gilt Ihre Aufmerksamkeit während der nächsten Wochen? Ich wün-sche Ihnen zwischen Jahresendspurt und Festvorbereitungen auch Momente der Besinnung. Zeit, bei einer brennenden Kerze, Mandarinen, Weihnachtsguetzli, Glühwein und Erdnüssli sich zu besinnen, was der Sinn des Ganzen ist, wofür Ihr Herz schlägt und ob Sie noch auf der ge-wünschten Spur sind.
Apropos Erdnüsse – da gibt es diese Geschichte:
Er kannte weder Vater noch Mutter und wusste nicht einmal den Tag seiner Geburt. Als Schwar-zer und Sklave zu Beginn des blutigen Bürgerkriegs geboren, wurde George W. Carver später ein berühmter Professor, der die gesamte Landwirtschaft der Südstaaten veränderte. Dazu malte er herrliche Bilder, gab Konzerte, die Präsidenten Coolidge und Roosevelt besuchten ihn und Ford und Gandhi waren seine Freunde. Eines Tages ging Carver - so erzählt eine Geschichte - zum Mor-gengebet in den Wald. "Herr, warum hast du die Welt erschaffen?" - "Mann, das ist zu groß für dich. Frage nach etwas Kleinerem!" - "Herr, warum hast du den Menschen geschaffen?" - "Mann, das ist immer noch zu gross für dich. Frage nach etwas Kleinerem!" - "Herr, warum hast du die Erdnuss geschaffen?" "Das ist gerade deine Grösse!" Und George W. Carver ging in sein Labor und entdeckte 153 verschiedene Verwendungen der Erdnuss, und die Landwirtschaft des Südens wur-de völlig umgekrempelt. (aus Axel Kühner: Zuversicht für jeden Tag, © Aussaat-Verlag)

Kennen Sie Ihre „Erdnuss“? Ihr Herzensprojekt, das Ihren Puls höher schlagen lässt, zu Ihnen passt und Ihr persönlicher Beitrag für diese Welt ist? Es ist eine unserer Lebensaufgaben, die Sinnfrage für uns selber immer mal wieder zu klären. Wozu das Ganze? Was will ich eigentlich? Was ist mir wirklich wichtig?

Im Coaching unterstützen wir Sie gerne dabei.

Wir wünschen Ihnen be SINN liche Festtage
Reini Kiener

 

Traumaberatung

Kein Mensch ist vor traumatischen Erlebnissen gefeit. Jede, jeder kann sie erleben. Die Frage ist, ob sie verarbeitet und eingeordnet werden können oder nicht. Der Verlust der ersten Liebe oder ein Autounfall mit Blechschaden sind happige Erlebnisse. Sie können im Leben durchaus vorübergehende Symptome wie z.B. Schlaf- oder Essstörungen auslösen. Meist heilen sie aber innert wenigen Wochen von selbst.

Ganz anders sieht es bei schwerwiegenderen seelischen Verletzungen aus: Katastrophal erlebte Ereignisse, die für die betroffene Person und für ihr nahstehende Menschen existentiell bedrohlich waren, sind Traumata - also Ereignisse ohne die Möglichkeit der Gegenwehr oder der Flucht. Traumata sind deshalb immer mit Gefühlen der Ohnmacht, der Hilflosigkeit und der (Todes-) Angst verbunden.

Wichtig:Ein Trauma ist nicht das Ereignis selbst, sondern die psychische Verletzung, die aufgrund des Ereignisses entsteht. Zum Beispiel Traumatisierung

  • aufgrund körperlicher Misshandlungen und sexueller Gewalt.
  • durch Kriegserfahrung, Folter, Naturkatastrophen, psychische Gewalt und/oder emotionale Vernachlässigung in der Kindheit und andere existenzbedrohende Lebensereignisse.

Trauma RS

Besonders tiefe Wunden schlagen Erlebnisse, die durch Bindungs- oder Bezugspersonen verur-sacht sind. Ebenso auch jene Erlebnisse, die durch Täter verursacht sind, die absichtlich das Selbstbewusstsein von Menschen, wertvoll und selbständig zu sein, zerstören. Die Betroffenen erleben im Alltag zum Beispiel

  • Gefühlsüberschwemmungen wie komplette Hilflosigkeit, Angst vor drohender Vernichtung, Kontrollverlust und Panik.
  • grosse Verunsicherung in vielen Lebensbereichen, Schlafstörungen, Beziehungsstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten.
  • körperliche Erkrankungen, welche nicht erklärt werden können und vieles mehr.

Die Betroffenen erleben dies so, wie wenn der Boden plötzlich unter ihren Füssen wegbricht, verbunden mit dem Gefühl, endlos in die Tiefe zu fallen.

Ziel der Trauma Arbeit

Die Trauma-Arbeit hat das Ziel, bisher fragmentierte Erinnerungssplitter des traumatischen Geschehens wieder zu einem Ganzen zusammen zu fügen. Das Geschehen wird dabei im Gedächtnis  als eine Episode der Vergangenheit mit einem Anfang und Ende abgespeichert: „Es war schlimm, aber es ist zu Ende, ein Teil der Vergangenheit.“

Durch diese Integration ins autobiographische Gedächtnis verliert das Trauma seine (durch Intrusionen) in die Gegenwart greifende Macht. Das Geschehen, so schlimm und furchtbar es auch war, ist Vergangenheit.

Trauma 3

Meine Arbeitsweise

Wegleitend in der Trauma-Arbeit ist für mich das 4-Phasen „KReST-Modell“: die Körper- Ressourcen- Systemorientierte Traumatherapie. Dazu gehören folgende 4 Phasen:

  • Beziehungsaufbau (Anamnese, Diagnostik, Psychoedukation)
  • Stabilisierung / Vorbereitungsphase (Ressourcenmobilisation / Potentialentfaltung)
  • Traumakonfrontation /-synthese / Teilarbeit
  • Trauer- und Neuorientierungsphase

Wissenschaftliche Erkenntnisse und Vorgehensweisen sind die Basis der Trauma-Arbeit:

Themen wie Reorientierung, Stabilisierung, Distanzierung, innere und äussere Sicherheit, Dissoziation, Bergen von inneren Kindern usw., sind Teil des Beratungsprozesses.

Besonders am Herzen liegt mir die Ressourcenorientierung. Ich bin überzeugt, dass gerade durch die Trauma Arbeit versteckte Ressourcen herausgeschält und zur Entfaltung kommen dürfen.

Wo Betroffene es wünschen, freue ich mich, die Ressource des christlichen Glaubens, das heisst, die heilende Kraft von Gott, in die Arbeit einfliessen zu lassen.

Interview

Aktuell im Blog von ProntoPro gibt es ein Inteview zu lesen, in dem ich von meinem Beruf erzählen durfte. Danke für die Veröffentlichung!