November 2019

 Herbst

                                                                                            Herbstblatt

Die Tage werden kürzer, die Zugvögel fliegen in den Süden, das Laub der Bäume färbt sich bunt. Die ersten Nebel zeigen sich am Morgen und der Garten wird winterfest gemacht.

Herbst
Mit verschwenderischer Pracht geht die Natur ihrer Ruhezeit entgegen. Die Tiere füllen ihre Vorratskammern, während andere die kommende Winterzeit verschlafen. Es wird ruhiger und ruhiger in der Natur.

Herbst
Die Nebel zaubern oft eine märchenhafte, ja gar mystische Stimmung in die Landschaft. Was gerade noch klar und eindeutig erschien, wirkt jetzt oft geheimnisvoll. Die Natur weiss, wann es heisst, innezuhalten, sich auszuruhen und das pralle Leben für eine Erholungsphase hinter sich zu lassen.

Herbst
Man nimmt wieder die warmen Kleider aus dem Schrank, geniesst ein wärmendes Feuer am Kamin oder Schwedenofen. Der Tee, von Frühling bis Spätsommer eher verbannt, kommt jetzt wieder vermehrt zum Zug.

Herbst
Noch einmal die Natur und ihre Farben in vollen Zügen geniessen. Wann haben Sie das letzte mal mit Ihren Füssen im Laub gespielt, sich an den aufwirbelnden Blättern und dem rascheln erfreut? Oder dreht sich das Lebensrad ungebremst weiter? Welche Kindheitserinnerungen kommen Ihnen in den Sinn bei raschelndem Laub, warmen Ofen und einem heissen Getränk?

Herbst
Machen wir es doch dem Herbst gleich. Beginnen wir leiser zu treten. Sich bewusst überlegen, was wirklich sein muss und was auch mal Ruhen kann, um selber zur Ruhe zu kommen. Sie wissen selber am besten wo sie leiser treten können, la vielleicht auch müssten.
Wäre es nicht erleichternd den Ballast, der sich übers Jahr angesammelt hat loszulassen, so wie die Bäume die Blätter? Weniger ist manchmal mehr im Leben. Die Bäume konzentrieren sich auf das kommende, im Wissen, der nächste Frühling kommt gewiss.

Herbst
Ich liebe die Momente wo ich einfach dasitzen kann und die Pracht der Natur bestaunen und geniessen darf. Ich muss rein gar nichts dafür tun, nur mir die Zeit dazu gönnen. Unser Hamsterrad dreht sich oft schneller und schneller. Dafür entscheiden wir uns meist nicht bewusst, aber wir meinen gar nicht mehr in der Lage zu sein uns für diese Momente auszuklinken. Eigentlich eine verkehrte Welt, Wie heisst es doch so schön; „In der Ruhe liegt die Kraft!“

Herbst
Ich wünsche Ihnen von Herzen Zeit zum Innehalten, Zeit, um zur Ruhe zu kommen um diese Besondere Zeit zu geniessen. Wie wäre es, sich hie und da wieder als Kind fühlen zu dürfen, damit der Herbst zu Ihrem Genuss wird? Zu träumen und zu lachen?

Andreas Stutz, Praxis Mittelpunkt, Killwangen

Herbstbank

Traumaberatung

Kein Mensch ist vor traumatischen Erlebnissen gefeit. Jede, jeder kann sie erleben. Die Frage ist, ob sie verarbeitet und eingeordnet werden können oder nicht. Der Verlust der ersten Liebe oder ein Autounfall mit Blechschaden sind happige Erlebnisse. Sie können im Leben durchaus vorübergehende Symptome wie z.B. Schlaf- oder Essstörungen auslösen. Meist heilen sie aber innert wenigen Wochen von selbst.

Ganz anders sieht es bei schwerwiegenderen seelischen Verletzungen aus: Katastrophal erlebte Ereignisse, die für die betroffene Person und für ihr nahstehende Menschen existentiell bedrohlich waren, sind Traumata - also Ereignisse ohne die Möglichkeit der Gegenwehr oder der Flucht. Traumata sind deshalb immer mit Gefühlen der Ohnmacht, der Hilflosigkeit und der (Todes-) Angst verbunden.

Wichtig:Ein Trauma ist nicht das Ereignis selbst, sondern die psychische Verletzung, die aufgrund des Ereignisses entsteht. Zum Beispiel Traumatisierung

  • aufgrund körperlicher Misshandlungen und sexueller Gewalt.
  • durch Kriegserfahrung, Folter, Naturkatastrophen, psychische Gewalt und/oder emotionale Vernachlässigung in der Kindheit und andere existenzbedrohende Lebensereignisse.

Trauma RS

Besonders tiefe Wunden schlagen Erlebnisse, die durch Bindungs- oder Bezugspersonen verur-sacht sind. Ebenso auch jene Erlebnisse, die durch Täter verursacht sind, die absichtlich das Selbstbewusstsein von Menschen, wertvoll und selbständig zu sein, zerstören. Die Betroffenen erleben im Alltag zum Beispiel

  • Gefühlsüberschwemmungen wie komplette Hilflosigkeit, Angst vor drohender Vernichtung, Kontrollverlust und Panik.
  • grosse Verunsicherung in vielen Lebensbereichen, Schlafstörungen, Beziehungsstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten.
  • körperliche Erkrankungen, welche nicht erklärt werden können und vieles mehr.

Die Betroffenen erleben dies so, wie wenn der Boden plötzlich unter ihren Füssen wegbricht, verbunden mit dem Gefühl, endlos in die Tiefe zu fallen.

Ziel der Trauma Arbeit

Die Trauma-Arbeit hat das Ziel, bisher fragmentierte Erinnerungssplitter des traumatischen Geschehens wieder zu einem Ganzen zusammen zu fügen. Das Geschehen wird dabei im Gedächtnis  als eine Episode der Vergangenheit mit einem Anfang und Ende abgespeichert: „Es war schlimm, aber es ist zu Ende, ein Teil der Vergangenheit.“

Durch diese Integration ins autobiographische Gedächtnis verliert das Trauma seine (durch Intrusionen) in die Gegenwart greifende Macht. Das Geschehen, so schlimm und furchtbar es auch war, ist Vergangenheit.

Trauma 3

Meine Arbeitsweise

Wegleitend in der Trauma-Arbeit ist für mich das 4-Phasen „KReST-Modell“: die Körper- Ressourcen- Systemorientierte Traumatherapie. Dazu gehören folgende 4 Phasen:

  • Beziehungsaufbau (Anamnese, Diagnostik, Psychoedukation)
  • Stabilisierung / Vorbereitungsphase (Ressourcenmobilisation / Potentialentfaltung)
  • Traumakonfrontation /-synthese / Teilarbeit
  • Trauer- und Neuorientierungsphase

Wissenschaftliche Erkenntnisse und Vorgehensweisen sind die Basis der Trauma-Arbeit:

Themen wie Reorientierung, Stabilisierung, Distanzierung, innere und äussere Sicherheit, Dissoziation, Bergen von inneren Kindern usw., sind Teil des Beratungsprozesses.

Besonders am Herzen liegt mir die Ressourcenorientierung. Ich bin überzeugt, dass gerade durch die Trauma Arbeit versteckte Ressourcen herausgeschält und zur Entfaltung kommen dürfen.

Wo Betroffene es wünschen, freue ich mich, die Ressource des christlichen Glaubens, das heisst, die heilende Kraft von Gott, in die Arbeit einfliessen zu lassen.

Interview

Aktuell im Blog von ProntoPro gibt es ein Inteview zu lesen, in dem ich von meinem Beruf erzählen durfte. Danke für die Veröffentlichung!