Januar 2020

 

TIEF DURCHATMEN!

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Wir tun es, meist unbewusst: Atmen. Lebensspendender Sauerstoff wird eingeatmet ohne den in unserem Körper gar nichts geht.

Damit unsere Zellen überhaupt Energie produzieren können, brauchen sie Sauerstoff.
Nicht nur beim „normalen“ Atmen gelangt Sauerstoff in unsere Lungen. Dies geschieht intensiv auch beim Seufzen, Gähnen und Lachen.

Oft widerspiegelt sich unsere hektische Lebensweise auch in Atemtiefe und Rhythmus. Oberflächliches, schnelles Atmen hat auch Auswirkungen auf unsere Muskeln.

So ist eine verkrampfte, verkürzte Muskulatur oft auch Ausdruck von unserer Art zu atmen und letztlich von unserer Lebensweise.
Deshalb nachfolgend drei unkomplizierte Atemübungen um unverkrampft und gut versorgt mit guter Luft ins neue Jahr zu starten:


In die Tiefe: Stellen Sie sich aufrecht hin und legen Sie beide Hände auf den Unterbauch. Konzentrieren Sie sich ganz auf Ihren Atem. Spüren Sie, wie der Bauch beim Einatmen weit wird und beim Ausatmen wieder zurückgeht.

Für den Rücken: Setzen Sie sich auf die Vorderkante eines Stuhls, beugen Sie den Oberkörper nach vorne und legen Sie die Ellenbogen auf die Knie, so dass Rücken und Nacken entspannen können.
Lassen Sie den Atem fliessen. Der Rücken kann „atmen“. Eine Wohltat bei Rückenschmerzen.

Schnuppern: Das Zwerchfell lockern: Ziehen Sie die Luft in kleinen Stössen durch die Nase ein, so wie ein Hund, der in die Luft schnuppert. Dann langsam durch Nase oder Mund ausatmen.
Wenn Sie Ihre Hand unterhalb des Brustkorbs halten, spüren Sie das Zwerchfell.

Die Atemübungen mögen Ihnen helfen, im kommenden Jahr ab und zu einige Momente Aufatmen zu können!

Das Team der Praxis Mittelpunkt wünscht Ihnen einen befreiten und entspannten Start ins neue Jahr!

 

 

Traumaberatung

Kein Mensch ist vor traumatischen Erlebnissen gefeit. Jede, jeder kann sie erleben. Die Frage ist, ob sie verarbeitet und eingeordnet werden können oder nicht. Der Verlust der ersten Liebe oder ein Autounfall mit Blechschaden sind happige Erlebnisse. Sie können im Leben durchaus vorübergehende Symptome wie z.B. Schlaf- oder Essstörungen auslösen. Meist heilen sie aber innert wenigen Wochen von selbst.

Ganz anders sieht es bei schwerwiegenderen seelischen Verletzungen aus: Katastrophal erlebte Ereignisse, die für die betroffene Person und für ihr nahstehende Menschen existentiell bedrohlich waren, sind Traumata - also Ereignisse ohne die Möglichkeit der Gegenwehr oder der Flucht. Traumata sind deshalb immer mit Gefühlen der Ohnmacht, der Hilflosigkeit und der (Todes-) Angst verbunden.

Wichtig:Ein Trauma ist nicht das Ereignis selbst, sondern die psychische Verletzung, die aufgrund des Ereignisses entsteht. Zum Beispiel Traumatisierung

  • aufgrund körperlicher Misshandlungen und sexueller Gewalt.
  • durch Kriegserfahrung, Folter, Naturkatastrophen, psychische Gewalt und/oder emotionale Vernachlässigung in der Kindheit und andere existenzbedrohende Lebensereignisse.

Trauma RS

Besonders tiefe Wunden schlagen Erlebnisse, die durch Bindungs- oder Bezugspersonen verur-sacht sind. Ebenso auch jene Erlebnisse, die durch Täter verursacht sind, die absichtlich das Selbstbewusstsein von Menschen, wertvoll und selbständig zu sein, zerstören. Die Betroffenen erleben im Alltag zum Beispiel

  • Gefühlsüberschwemmungen wie komplette Hilflosigkeit, Angst vor drohender Vernichtung, Kontrollverlust und Panik.
  • grosse Verunsicherung in vielen Lebensbereichen, Schlafstörungen, Beziehungsstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten.
  • körperliche Erkrankungen, welche nicht erklärt werden können und vieles mehr.

Die Betroffenen erleben dies so, wie wenn der Boden plötzlich unter ihren Füssen wegbricht, verbunden mit dem Gefühl, endlos in die Tiefe zu fallen.

Ziel der Trauma Arbeit

Die Trauma-Arbeit hat das Ziel, bisher fragmentierte Erinnerungssplitter des traumatischen Geschehens wieder zu einem Ganzen zusammen zu fügen. Das Geschehen wird dabei im Gedächtnis  als eine Episode der Vergangenheit mit einem Anfang und Ende abgespeichert: „Es war schlimm, aber es ist zu Ende, ein Teil der Vergangenheit.“

Durch diese Integration ins autobiographische Gedächtnis verliert das Trauma seine (durch Intrusionen) in die Gegenwart greifende Macht. Das Geschehen, so schlimm und furchtbar es auch war, ist Vergangenheit.

Trauma 3

Meine Arbeitsweise

Wegleitend in der Trauma-Arbeit ist für mich das 4-Phasen „KReST-Modell“: die Körper- Ressourcen- Systemorientierte Traumatherapie. Dazu gehören folgende 4 Phasen:

  • Beziehungsaufbau (Anamnese, Diagnostik, Psychoedukation)
  • Stabilisierung / Vorbereitungsphase (Ressourcenmobilisation / Potentialentfaltung)
  • Traumakonfrontation /-synthese / Teilarbeit
  • Trauer- und Neuorientierungsphase

Wissenschaftliche Erkenntnisse und Vorgehensweisen sind die Basis der Trauma-Arbeit:

Themen wie Reorientierung, Stabilisierung, Distanzierung, innere und äussere Sicherheit, Dissoziation, Bergen von inneren Kindern usw., sind Teil des Beratungsprozesses.

Besonders am Herzen liegt mir die Ressourcenorientierung. Ich bin überzeugt, dass gerade durch die Trauma Arbeit versteckte Ressourcen herausgeschält und zur Entfaltung kommen dürfen.

Wo Betroffene es wünschen, freue ich mich, die Ressource des christlichen Glaubens, das heisst, die heilende Kraft von Gott, in die Arbeit einfliessen zu lassen.

Interview

Aktuell im Blog von ProntoPro gibt es ein Inteview zu lesen, in dem ich von meinem Beruf erzählen durfte. Danke für die Veröffentlichung!